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Die Atemteurer des Kinderhauses AtemReich in Zeiten von COVID-19

07.05.2020 Allgemein, COVID-19

Bunt ist es. Und laut. Man hört Musik und Kinderlachen. Liebevoll eingerichtete Räume, die mit der großen Kuscheltiersammlung und dem vielen Spielzeug an gewöhnliche Kinderzimmer erinnern. Spitzt man die Ohren, fallen einem aber auch noch andere Geräusche auf. Da ist ein Rauschen, unterbrochen von einem Piepsen oder einem Brummen. Das sind die intensivmedizinischen Geräte, auf die jeder der 18 kleinen Bewohner des Kinderhauses AtemReich angewiesen ist. Die Kinder, die hier leben, sind schwer krank. Sie müssen beatmet werden und benötigen eine interdisziplinäre Intensivbetreuung. Für die betreuenden Kinderärzte und die Mitarbeiter des Kinderhauses bedeutet das Rufbereitschaft rund um die Uhr und medizinische Versorgung an 365 Tagen im Jahr. Hinzu kommen individuelle Förderung und Therapie sowie pädagogische und medizinisch-pflegerische Aspekte – ganz nach dem Anspruch der Einrichtung: Jedes Kind soll trotz seiner Krankheit oder Behinderung ein möglichst normales, kindgerechtes und würdevolles Leben führen.

Von der Intensivstation nachhause

Die Familien der Kinder, die aufgrund ihrer Einschränkung nicht zuhause betreut werden können, leben mit Ungewissheit, Angst und Trauer. Oft ist den Kleinen weder das Sprechen noch das eigenständige Atmen möglich. Zusätzlich haben die beatmeten oder von Beatmung bedrohten Kinder meist bereits einen langen Weg über die Intensivstationen der Kinderkliniken hinter sich.

Das 2006 gegründete Kinderhaus AtemReich hat für diese Kinder vom Säuglingsalter bis zur Vollendung des Schulalters ein Zuhause geschaffen. Einen Ort, an dem sie die Möglichkeit haben, sich trotz medizinischer Intensivbetreuung durch Fachpersonal individuell zu entwickeln. Zum Spielen, zum Lernen und zum Lachen. Um an einem kindgerechten und lebensbejahenden Lebensort die Welt zu entdecken.

Um das Kinderhaus AtemReich bei ihrer Mission zu unterstützen, hat ResMed im Dezember 2019 zu einer Spendenaktion aufgerufen. In der Vorweihnachtszeit kam bei jedem Kauf in unserem ResMed Online Shop ein Teil des Betrags automatisch dem Kinderhaus AtemReich zugute. So konnten wir mit Unterstützung unserer Kunden den Kindern Geschenke kaufen und ihnen eine Freude bereiten.

Das Kinderhaus AtemReich in Zeiten von Corona

Aufgrund der kritischen Situation mit COVID-19 war uns eine persönliche Übergabe der Geschenke im Kinderhaus AtemReich leider nicht möglich. Zu groß ist die Angst vor einer Ansteckung, zu riskant der Kontakt mit anderen Menschen. Seit Beginn der Verbreitung von COVID-19 wurden im Kinderhaus bereits sämtliche Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen getroffen, um die Kinder, die zur COVID-19 Hochrisikogruppe gehören, davor zu schützen.

Der Kontakt der Kinder mit wechselnden Pflegern wird so gering wie möglich gehalten, um gegenseitige Ansteckung zu vermeiden. Dafür sorgen 12-Stunden-Schichten, wobei ein Mitarbeiter ein Kind von früh bis spät betreut, statt sich wie vorher mit einem Kollegen abzuwechseln. Schutzkleidung sowie Mundschutz und Desinfektion sind genauso Pflicht wie regelmäßige Tests der Mitarbeiter auf Fieber und andere Krankheitssymptome.

Medikamentenengpässe und knappe Schutzkleidung sowie Masken machen dem Kinderhaus zu schaffen. Die Angst, das Virus hereinzubringen, ist groß. Die freiwillige Lösung der Mitarbeiter: rigorose soziale Distanz bis hin zur Selbstquarantäne. Ihre Freunde und Bekannten nicht zu sehen ist ein bewusster Verzicht der Betreuerinnen und Betreuer, um die schwer kranken Kinder nicht in Gefahr zu bringen. Der Zusammenhalt und die Solidarität für die Menschen, die im Kinderhaus AtemReich arbeiten, sind in der aktuellen Krise besonders stark zu spüren. Das reicht von Spenden über selbstgenähte Masken bis hin zu einfühlsamen Briefen.

Unsere Geschenke haben die Kinder auf anderen Wegen erreicht und ihnen wurden mit Teddys, Spielzeug und Co eine große Freude bereitet. So konnten auch die Verantwortlichen des Kinderhauses gemeinsam mit den Kindern für ein paar Stunden einfach nur glücklich sein.