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Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) und seine Bedeutung in der Schlaftherapie

Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose schlafbezogener Atmungsstörungen, wie z. B. der Obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff?
Stark vereinfacht könnte man sagen, dass der AHI die Anzahl der „Atmungsstörungen“ im Schlaf pro Stunde wiedergibt.

Etwas genauer betrachtet, handelt es sich dabei um Zeiten, in denen die Atmung entweder eingeschränkt stattfindet (Hypopnoe) oder für kurze Zeit ganz aussetzt (Apnoe).

Hypopnoe und Apnoe

  • Hypopnoe: Reduktion des Atemflusses um mehr als 30 % für mehr als zehn Sekunden kombiniert mit einem messbaren Sauerstoffsättigungsabfall im Blut um mehr als 3 % oder einem Arousal. Ein Arousal ist eine vom Gehirn gesteuerte Weckreaktion des Körpers mit kurzer Unterbrechung des Schlafes für 3–15 Sekunden [2].
  • Apnoe: Reduktion des Atemflusses um mehr als 80 % für mehr als zehn Sekunden.

Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) ist das wichtigste Kriterium für die Diagnose einer obstruktiven Schlafapnoe. Beim Verdacht auf eine Schlafapnoe kann der Apnoe-Hypopnoe-Index mittels einer medizinischen Schlafdiagnostik im häuslichen Umfeld oder im Schlaflabor identifiziert werden [1].

Definition AHI

Um den AHI zu erhalten, summiert man alle Apnoen und Hypopnoen während einer Schlafstunde (Apnoe + Hypopnoe/Schlafstunde). Ab einem Wert von fünf spricht man von einer leichten, ab 15 von einer mittelschweren und ab 30 von einer schweren Form der Schlafapnoe [1].

Schweregrad  AHI

  • Leicht  5–15
  • Mittel  15–30
  • Schwer > 30

Ab einem AHI von 15 sollte eine obstruktive Schlafapnoe immer behandelt werden. Bei einem niedrigeren AHI kann eine Therapie der Schlafapnoe erwogen werden, wenn der Patient entsprechende Beschwerden hat. Bei der Behandlung der Schlafapnoe spielt die CPAP-Therapie (continuous positive airway pressure) eine wichtige Rolle.

Wann sollte ich zum Arzt?

Falls Sie schnarchen, starke Tagesschläfrigkeit verspüren und unter morgendlichen Kopfschmerzen leiden, können dies Anzeichen einer Schlafapnoe sein. Diese Symptome sollten Sie deshalb unbedingt ärztlich abklären lassen, ggf. kann eine schlafmedizinische Untersuchung sinnvoll sein.

Quellen

  1. Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Kapitel: Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“, 2017 https://www.dgsm.de/downloads/aktuelles/S3%20LL%20Nicht-erholsamer%20Schlaf%20Kap%20SBAS%2011818_20_s2_2017.pdf [zuletzt besucht am 13.11.2019].
  2. Rodenbeck, A. „Manual der American Academy of Sleep Medicine“, Somnologie – Schlafforschung und Schlafmedizin, Juni 2013, Volume 17, Issue 2, pp 122–130. https://link.springer.com/article/10.1007/s11818-013-0611-3 [zuletzt besucht am 13.11.2019].