Therapieoptionen bei obstruktiver Schlafapnoe

Ist die Diagnose „obstruktive Schlafapnoe (OSA)“ gesichert, folgt die Therapieplanung. Lebensqualität und Prognose können sich z. B. durch eine nächtliche Überdrucktherapie deutlich bessern.[1] Unterstützende Maßnahmen wie beispielsweise Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung und Schlafhygiene können maßgeblich zum Therapieerfolg beitragen.

Kausale Therapie der obstruktiven Schlafapnoe an erster Stelle

In vielen Fällen sind anatomische Anomalien ursächlich für die Verengung der Atemwege bei obstruktiver Schlafapnoe. Vor allem bei Kindern behindert oft eine Hyperplasie der Gaumen- oder Rachenmandeln den Atemfluss. Bevor mit einer symptomatischen Therapie der OSA begonnen wird, sollten die zugrundeliegenden Ursachen weitestmöglich behoben werden.

Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe

Eine medizinische Indikation zur Therapie der OSA besteht in der Regel ab einem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) über 15. Liegt der AHI drunter, kann eine Therapie erwogen werden. Ausschlaggebend sind Symptome und Risikofaktoren des Patienten. Besteht ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder leidet der Patient z. B. an arterieller Hypertonie, Depression oder kognitiven Defiziten, sollte eine Behandlung frühzeitig eingeleitet werden.

Nächtliche Überdrucktherapie

Mittel der Wahl bei der obstruktiven Schlafapnoe ist die nächtliche Überdruckbeatmung (positive airway pressure = PAP). Durch den positiven Druck wird die erschlaffte Pharynxmuskulatur im Schlaf während der In- und Exspiration offengehalten (= pneumatische Schienung). Die Therapieeinstellung erfolgt in der Regel mittels Polysomnographie in einem Schaflabor.

Überdrucktherapie mit CPAP, APAP oder BiLevel

Aus der CPAP-Therapie wurden weitere Therapieformen, wie z. B. die APAP (automatic positive airway pressure) und die BiLevel-Therapie abgeleitet.

Bei der Therapie mit APAP wird der notwendige Therapiedruck ereignisgesteuert automatisch an die Atmung des Patienten angepasst.

Bei der Überdrucktherapie mit BiLevel wird mit zwei verschiedenen Druckniveaus gearbeitet. Der exspiratorische Druck ist dabei niedriger als der inspiratorische.

Laut aktueller Leitlinie soll der Behandlung mit BiLevel, wenn möglich, immer ein Versuch mit CPAP oder APAP vorausgehen. Die beiden letztgenannten Verfahren können zur Therapie von OSA gleichwertig eingesetzt werden.[1]

Unterkieferprotrusionsschiene als alternative Schlafapnoe-Therapie

Eine weitere – in vielen Fällen gleichwertige – Therapieoption, die auch in der geltenden Leitlinie hinterlegt ist, stellt der Einsatz einer individuell angepassten Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS) dar.[2]
Diese hält den Unterkiefer während des Schlafs in einer individuell titrierten Protrusion, wodurch der Zungengrund gespannt und die Atemwege offengehalten werden.

Quellen

  1. AMWF S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“ https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-001l_S3_SBAS_2017-08_2.pdf [zuletzt besucht am 29.05.2019].
  2. Vecchierini MF et al „A custom-made mandibular repositioning device for obstructive sleep apnea-hypopnea syndrome: the ORCADES study“, Sleep Medicine Volume 19, March 2016, Pages 131–140: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1389945715008278 [zuletzt besucht am 29.05.2019].