Therapieoptionen gegen Schnarchen

Schnarchen kann den Schlaf der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinträchtigen. Handelt es sich um eindeutig diagnostiziertes primäres Schnarchen, so besteht keine medizinische Indikation für eine Therapie. Wünscht der Patient dennoch eine Behandlung, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Um die geeignete Therapie im Einzelfall zu finden, muss das Schnarchen zunächst sehr genau diagnostiziert werden. Der vorrangige Aspekt der Diagnose ist die Unterscheidung zwischen primärem Schnarchen und Schnarchen im Rahmen einer schlafbezogenen Atmungsstörung (SBAS) wie z. B. der obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Bei letzterem zielen therapeutische Maßnahmen auf die Behandlung der SBAS ab.

Der zweite wesentliche Aspekt ist die Differenzierung von Nasen- und Rachenschnarchern, denn diese werden unterschiedlich behandelt.

Kausale Therapie von Nasen- bzw. Rachenschnarchern

Häufige Ursachen von Schnarchen sind anatomische Anomalien oder krankhafte Veränderungen im Nasen- oder Rachenraum. Die Therapie sollte deshalb, wenn möglich, kausal sein und beinhaltet hier ggf. operative Maßnahmen, wie z. B. die Resektion von vergrößerten Nasenmuscheln oder Polypen.

Im Rachenbereich kann beispielsweise die Vergrößerung von Tonsillen oder Uvula das Schnarchen begünstigen. Hier spielt als wesentlicher Faktor jedoch die Erschlaffung der Schlundmuskulatur eine Rolle, die sich, wie die restliche Körpermuskulatur auch, im Schlaf entspannt.

Bleibt nach der kausalen Behandlung die Symptomatik oder Reste davon bestehen, kann durch verschiedene Hilfsmittel das Offenbleiben der Atemwege im Schlaf unterstützt werden.

Unterkieferprotrusionsschiene und Nasenspreizer fördern den Atemfluss

Das Zurückfallen der Zunge im Schlaf kann zusätzlich den Atemfluss in den erschlafften Atemwegen behindern. Eine Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS), die individuell angepasst wird, schiebt den Unterkiefer bedarfsgerecht nach vorn und hält ihn in dieser Position. Durch die Protrusion werden der Zungengrund gespannt und die Atemwege offengehalten.

Um den Atemstrom in der Nase zu verbessern, gibt es spezielle Nasenspreizer oder Nasenpflaster, die die Nasenöffnungen weiter öffnen.

Spezielle Verlagerungshilfen gegen Schnarchen

In manchen Fällen ist das Schnarchen lageabhängig und tritt vor allem in Rückenlage auf. Spezielle Kissen, die wie ein Rucksack oder wie eine Weste getragen werden, verhindern, dass sich der Patient im Schlaf auf den Rücken drehen kann.

Eine Schlafapnoe sollte immer ausgeschlossen werden

Bevor mit der Behandlung des Schnarchens begonnen wird, sollte in jedem Fall das Vorliegen einer schlafbezogenen Atmungsstörung ausgeschlossen werden. Eine unbehandelte Schlafapnoe kann schwerwiegende Folgeerkrankungen nach sich ziehen und stellt – im Gegensatz zum primären Schnarchen – immer eine Indikation für eine Behandlung dar. Die Diagnose und Therapieeinstellung bei OSA erfolgen unter qualitätsgesicherten Bedingungen, wie z. B. in einem Schlaflabor.

Quellen

  1. AWMF S2k-Leitlinie: Schnarchen des Erwachsenen – Diagnostik und Therapie: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/017-068.html [zuletzt besucht am 29.05.2019].
  2. AMWF S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-001l_S3_SBAS_2017-08_2.pdf [zuletzt besucht am 29.05.2019].