Obstruktive Schlafapnoe (OSA) – Symptome

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist mit über 90 % die häufigste schlafbezogene Atmungsstörung (SBAS).[1] Ein Kardinalsymptom ist ausgeprägte Tagesmüdigkeit, doch auch eine Reihe weiterer Symptome können auf diese Erkrankung hinweisen.

Der Pathomechanismus der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) besteht im Kollaps der Schlundmuskulatur und einem dadurch bedingten teilweise oder vollständigen Verschluss der oberen Atemwege im Schlaf, was zu wiederholten Apnoe- oder Hypopnoephasen führt. Die Atemaussetzer werden in vielen Fällen – ebenso wie das laute und unregelmäßige Schnarchen, das bei 95 % der Patienten vorkommt – von den Betroffenen selbst nicht wahrgenommen, sondern fremdanamnestisch angegeben.[1]

Die Patienten selbst berichten z. B. über folgende Schlafapnoe-Symptome:

  • starke Tagesmüdigkeit
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • plötzliches Aufschrecken aus dem Schlaf
  • Nachtschweiß
  • Nykturie
  • depressive Verstimmungen
  • Libidoverlust/Potenzstörungen

Diagnosekriterien für OSA

Von einer obstruktiven Schlafapnoe spricht man, wenn es während des Schlafs zu Atemaussetzern von mindestens 10 Sekunden kommt. Abzugrenzen davon sind Hypopnoen, die ebenfalls bei OSA vorkommen. Von einer Hypopnoe spricht man, wenn sich der Atemfluss für mindestens 10 Sekunden um mehr als 50 % reduziert. Per definitionem stehen diese Ereignisse im Zusammenhang mit einer signifikanten Sauerstoffentsättigung (3 % und mehr).[1]

Durch den verminderten Atemfluss kommt es zu einer Hypoxämie und Hyperkapnie. Dies führt zu einer Weckreaktion (Arousal) mit Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie verstärkter Atemtätigkeit.

Auch wenn die Weckreaktionen z. T. vom Patienten nicht wahrgenommen werden, zeigt sich eine fragmentierte Schlafarchitektur mit reduzierten Tiefschlaf- und REM-Phasen. Der Schlaf ist nicht mehr erholsam.

Prädisponierende Faktoren für die obstruktive Schlafapnoe

Ca. 2–4 % der erwachsenen Bevölkerung leiden an OSA. Die Prävalenz ist in den vergangenen 20 Jahren um ca. 55 % gestiegen.[1] Studien aus den USA belegen sogar wesentlich höhere Zahlen.[5] Es gibt verschiedene Faktoren, die die Entwicklung einer OSA begünstigen. Zu diesen Risikofaktoren gehören z. B.:

  • männliches Geschlecht: Manche Quellen geben an, dass Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen, andere Quellen zeigen jedoch, dass die Prävalenz bei Frauen mit zunehmendem Alter und Gewicht deutlich ansteigt.[1, 3, 4]
  • höheres Lebensalter: Ab 60 Jahren sind etwa 54 % der Männer und 25 % der Frauen betroffen.[1]
  • Erkrankungen, die die oberen Atemwege verengen: z. B. Tonsillenhyperplasie, Verkrümmung der Nasenscheidewand oder Nasenmuschelhypertrophie.
  • Adipositas: Rund 80 % der Patienten mit obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom sind übergewichtig.[1] Vermehrte Fettablagerungen im Zervikalbereich können die Atemwege zusätzlich verengen.

Auch Kinder können von einer OSA betroffen sein. Hier sind meist anatomische Anomalien, wie z. B. Tonsillenhyperplasie, die Ursache.

Obstruktive Schlafapnoe diagnostizieren und behandeln

Besteht der Verdacht auf eine OSA, sollte dieser durch schlafmedizinische Untersuchungen verifiziert werden. Unbehandelt kann eine OSA schwere Folgeerkrankungen, wie z. B. arterielle Hypertonie und Herzrhythmusstörungen, nach sich ziehen. Außerdem besteht ein erhöhtes Unfallrisiko durch Sekundenschlaf und Konzentrationsstörungen.
Wurde eine OSA diagnostiziert, gibt es neben einer nächtlichen Überdrucktherapie (CPAP-Therapie) noch verschiedene andere Therapiemöglichkeiten.

Quellen

  1. AMWF S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-001l_S3_SBAS_2017-08_2.pdf [zuletzt besucht am 29.05.2019].
  2. DocCheck Flexikon: https://flexikon.doccheck.com/de/Obstruktives_Schlafapnoesyndrom [zuletzt besucht am 29.05.2019].
  3. Ye L, Pien GW et al. „Gender differences in the clinical manifestation of obstructive sleep apnea.“ Sleep Medicine [28 Apr 2009, 10(10): 1075–1084] [zuletzt besucht am 12.06.2019].
  4. Franklin Karl A et al „Sleep apnoea is a common occurrence in women“ ERJ Express Published on August 16, 2012 as doi: 10.1183/09031936.00212711 [zuletzt besucht am 12.06.2019].
  5. Website der American Sleep Apnea Association: https://www.sleephealth.org/sleep-health/the-state-of-sleephealth-in-america/ [zuletzt besucht am 12.06.2019].