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Telemonitoring: Zukunft gibt es schon heute

21.12.2020Fachkreise

Eine Zukunfts-Technologie für alle Beteiligten in der Betreuung außerklinisch beatmeter Patienten.

COPD, Mukoviszidose oder Querschnittlähmung – das sind nur einige der Diagnosen, die eine Intensivversorgung und eine Beatmung von Patienten in einem außerklinischen Umfeld nach sich ziehen können. Aktuell ist die Betreuung dieser Patienten entweder vor Ort durch den behandelnden Arzt und Pflegedienst oder aber mit Transporten ins Krankenhaus und zum Arzt gewährleistet. Ein Zustand, der es objektiv betrachtet schwierig macht, die Patienten durchgehend im Blick zu behalten, den Therapieverlauf effektiv zu begleiten und gegebenenfalls sogar ein Entwöhnungspotenzial zu erkennen. Ein wichtiges Ziel einer Beatmungstherapie ist es, die Lebensqualität zu sichern und möglichst zu verbessern. Das Nachjustieren in der Therapie aber fordert von Ärzten und Pflegepersonal einen sehr hohen Abstimmungsaufwand und bürdet den Patienten im Rahmen der klassischen Therapie oft noch den Weg in Kliniken und Praxen auf – ein Weg, der gerade in COVID-19-Zeiten ein besonderes Risiko in sich trägt.

Begleitung aus der Ferne durch Telemonitoring ist möglich

Dabei gibt es sie schon: die Lösung der Zukunft, die bereits heute von Ärzten, Kliniken und Pflegepersonal erfolgreich eingesetzt wird: Telemonitoring. Falsche Einstellungen an Beatmungsgeräten, die zum Beispiel durch einen Gerätewechsel entstehen können, oder veränderte Bedürfnisse bei den Beatmungsparametern können durch die Übertragung der Daten auf eine Telemonitoring-Plattform von Ärzten aus der Ferne zeitnah erkannt werden. Hausärzte, Fachärzte und Pflegepersonal können sich so schneller koordinieren und den Patienten dadurch besser begleiten. Für die Patienten selbst fallen unnötige Transporte in Praxen und Kliniken weg – und somit eine zusätzliche Belastung und Gefahrenquelle für Infektionen. Sehr wichtig: Telemonitoring-Lösungen müssen den strengen Datenschutz-Anforderungen gerecht werden. Dies war bei AirView für Beatmung von ResMed, das im Rahmen der sehr strengen HDS-Zertifizierung nach ISO 27001 zertifiziert ist, ein zentraler Aspekt in der Entwicklung: Der Schutz der Patientendaten vor unbefugten Zugriffen.

Digitale Vernetzung als Baustein zur Optimierung der außerklinischen Betreuung und Nachsorge

Stefan Paris, Anwendungsberater Beatmung bei ResMed Healthcare, Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Praxisanleiter im Gesundheitswesen, sieht Telemonitoring als einen wichtigen Beitrag von vielen, um die Gesamtlage der Beatmungssituation beurteilen zu können. Beim virtuell veranstalteten Münchner außerklinischen Intensivkongress 2020 (MAIK) erläuterte er, wie die zukunftsweisende Technologie dazu beiträgt, Veränderungen in der Beatmung schnell zu erkennen sowie Einblicke in die Behandlung beim Patienten zu Hause zu gewinnen. Dies ist seiner Erfahrung nach die Basis dafür, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt entsprechend schnell aus medizinischer Sicht notwendige Maßnahmen ergreifen zu können. 

Letzteres ist durch die effektive Vernetzung des gesamten Behandlungsteams möglich, das sich über den Fernzugriff der Telemonitoring-Lösung einen Eindruck vom aktuellen Zustand des Patienten und der Therapie machen kann. Wichtig ist hier, wie Dr. Stefanie Werther (Oberärztin der Klinik für Pneumologie, Schwerpunkt Beatmungsmedizin, Schlafmedizin, Fachärztin für Innere Medizin, Pneumologie und Schlafmedizin an der Ruhrlandklinik in Essen) in ihrem Beitrag auf dem Intensivkongress herausarbeitet: Telemonitoring muss als Routine in den Arbeitsalltag der Ärzte und der Pflege integriert werden. Nur so können über eine kontinuierliche Frequenz der Datenauslese und Datenbewertung die Vorteile der Technologie auch ausgeschöpft werden. Eine Koordination der Therapie und möglicher Anpassungen dieser kann dann auch über die Distanz hinweg diskutiert und beschlossen werden. Der größte Vorteil: Der Patient muss nicht zwingend persönlich vorstellig oder besucht werden, um die Informationsgrundlage für diese Entscheidungen zu gewinnen.

Telemonitoring ermöglicht tiefere Einblicke in die Beatmungssituation

Durch die zeitnahe und effiziente Betreuung kann die Zahl der ungeplanten Krankenhausaufenthalte reduziert werden und noch wichtiger, gegebenenfalls der Gesundheitszustand von Patienten durch frühzeitige Erkennung von Komplikationen deutlich verbessert werden. Ein Beispiel für den zielführenden Einsatz der Telemonitoring-Technologie zur Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit von Patienten führte Antje Rahaus, Anwendungsberaterin Beatmung bei ResMed Healthcare, Fachkrankenschwester Anästhesie und Intensivpflege sowie Praxisanleiterin im Rahmen des MAIK 2020, an. „Ein Patient fiel aufgrund der durch Telemonitoring übermittelten Datenlage auf, da er sich zu Hause zunehmend stabilisierte. Daraufhin wurde im Rahmen einer interdisziplinären Fallbesprechung vom Behandlungsteam die Entscheidung getroffen, ihn in ein Weaning-Zentrum zu überweisen.“ In diesem Fall wurde das Entwöhnungspotenzial des Patienten anhand der übermittelten Beatmungsdaten über AirView für Beatmung deutlich, ein Potenzial, das mit der klassischen Betreuungsmethode nicht so gut nachvollziehbar gewesen wäre.

Um eines klar zu machen: Telemonitoring und die Pflege vor Ort schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, sie gehen Hand in Hand zum Wohle der Patienten. Und das nicht erst in der Zukunft, denn die Technologie ist bereits da, getestet und für gut befunden. Derzeit werden bereits 13 Millionen Patienten weltweit durch ResMed telemonitorisch über AirView betreut – davon mehr als 118.000 in Deutschland. Mit einer weiteren Verbreitung des Telemonitorings begänne die Zukunft für viele Patienten schon heute – worauf warten wir noch?

Wenn Sie mehr über AirView für Beatmung wissen möchten, melden Sie sich zu unseren Online-Trainings kostenlos an.